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DIN 8310 Wasserdichtheit

Auf ähnliche Art wird das „wassergeschützt“ (englisch water-resistant) bei Uhrengehäusen verstanden. Uhren dieser Kennzeichnung
sollen widerstandsfähig gegen (Hände-)Waschen, Spritzwasser usw. sein. Dabei bezieht man sich auf einen normalen Gebrauch unter
Bedingungen, bei denen Wasserdruck und Temperaturen nicht erheblich variieren (vgl. DIN 8310 September 2010, NIHS 92-20 und ISO 2281).
Eine umgangssprachlich als „wasserdicht“ bezeichnete Armbanduhr ist nie komplett dicht, das heißt vollständig gegen Wassereindrang
geschützt, sondern der Massefluss in die Uhr liegt für definierte Prüfbedingungen unterhalb eines festgelegten Wertes von 50 µg/min
(vgl. DIN 8310 Dezember 1984). Für den Alltag bedeutet dies, dass Wasser durchaus in die Uhr eindringen kann, z. B. wenn sie lange
im Wasser liegt oder hohem Wasserdruck ausgesetzt ist. So sind einfache Uhren spritzwasserdicht, das heißt, sie überstehen einige
Sekunden in einer Pfütze unbeschadet, aber nicht längere Zeit. Bei teureren Fabrikaten wird deshalb angegeben, für welchen Druck
und welche Dauer sie ausgelegt sind. Hierbei sollte man aber beachten, dass durch Bewegungen (z. B. Schwimmen) der Druck auf die
Uhr ansteigt. Die Angabe 3 bar bedeutet, dass die Uhr eine begrenzte Zeit einen Druck von 3 bar aushält (vgl. DIN 8310 September 2010).
Eine solche Klassifikation wird auch bei Taucheruhren angegeben, wobei hier gesonderte Anforderungen bzw. Prüfbedingungen gelten
(vgl. DIN 8306 September 1983 und ISO 6425).

Klassifikation nach DIN 8310 September 2010
Druck (Wassersäule)  Einstufung      Bemerkung
3 bar ˜ 3 atm (˜ 30 m)  Die Uhr hält Wasserspritzer aus (wasserabweisend) Die Uhr hält eine begrenzte Zeit einen Druck von
           3 bar (entspricht 30 m Wassersäule bzw. ca. 3 Atmosphären) aus

5 bar ˜ 5 atm (˜ 50 m)  Duschen ist möglich     Die Uhr ist auf eine Wasserdichtigkeit bis 5 bar geprüft,
           was dem Druck einer angenommenen Wassersäule von 50 Metern
           entspricht. Damit ist sie geeignet für den täglichen Gebrauch
           wie z. B. Baden, Duschen oder Händewaschen.

10 bar ˜ 10 atm (˜ 100 m) Die Uhr kann zum Schwimmen verwendet werden  Die Uhr ist auf eine Wasserdichtigkeit bis 10 bar geprüft, was
           dem Druck einer angenommenen Wassersäule von 100 Metern entspricht.
           Damit ist sie geeignet für z. B. häufiges Schwimmen oder Schnorcheln.

20 bar ˜ 20 atm (˜ 200 m) Taucheruhr      Die Uhr ist auf eine Wasserdichtigkeit bis 20 bar geprüft, was dem
           Druck einer angenommenen Wassersäule von 200 Metern entspricht. Uhren
           dieser Gruppe sind beispielsweise zum Schnorcheln und gerätefreies
           Freitauchen geringer Tiefe geeignet.

Die Meter-Angabe bezieht sich nicht auf eine Tauchtiefe, sondern auf den Prüfdruck, welcher im Rahmen der Wasserdichtigkeitsprüfung angewendet wurde.
(ISO 2281)

Einschränkungen bei Uhren
Bei Schwimmbewegungen oder unter einem Wasserstrahl (z. B. beim Duschen oder Händewaschen) können Druckspitzen entstehen. Die Uhr wird an den betroffenen
Stellen hierbei deutlich stärker belastet, als es die Eintauchtiefe vermuten lässt. Erst ab der Klassifizierung 5 bar / 40 m kann von einer wasserdichten Uhr
gesprochen werden (Duschen möglich). Ab der Klassifizierung 10 bar / 90 m kann die Uhr auch beim Schwimmen verwendet werden.

Wasserdichtigkeit ist keine bleibende Eigenschaft, da die eingebauten Dichtelemente in ihrer Funktion und im täglichen Gebrauch nachlassen oder auch durch
Stoß und Fall beschädigt werden können. Daher empfiehlt sich eine Wartung mit Prüfung der Dichtungen und Dichtigkeit alle ein bis zwei Jahre.

Wenn eine Uhr großen Temperaturunterschieden ausgesetzt wird, etwa bei einem Sonnenbad mit anschließendem Sprung in kühleres Wasser, kann sich im Gehäuse
Kondensflüssigkeit bilden. Dies muss keine Wasserundichtigkeit bedeuten, die Feuchtigkeit muss aber unbedingt sofort entfernt werden.

Salzwasser verursacht eine erhöhte Korrosion – sogar von Gummidichtungen – jeder Uhr, auch von Taucheruhren. Daher empfiehlt sich nach Aufenthalt in Salzwasser
das Abspülen mit Süßwasser.